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Cloppenburg im Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V.


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Aktuelles

25.06.2016 00:00 Alter: 2 Jahre

50 Jahre Kreisgruppe


Bild1

25.06.2016

50 Jahre Kreisgruppe Cloppenburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

erstellt vom Vorsitzenden der Kreisgruppe

 

Cloppenburg

 

 

 

 

 

 

 

-Klaus Rolle

 

 

 

Was sind dem Grunde nach schon 50 Jahre; Diese Frage wird sich der Eine oder Andere vielleicht stellen, wenn er die Überschrift zur Kenntnis genommen hat. Im Vereinsleben oft nur der äußere Anlass, diesem oder jenem langjährigen Mitglied eine Urkunde zu überreichen, eine goldene oder silberne Nadel anzustecken, oder auf andere Weise den Dank für die Treue zum Verein zum Ausdruck zu bringen. Doch wenn man in einer stillen Stunde abgeschirmt gegen Hetze und Stress einer schnelllebigen Zeit - die jüngste Vergangenheit in die Erinnerung zurückruft, dann spürt man plötzlich, das sich manches parallel zu den Intentionen unseres Siedlerbundes, doch grundlegend geändert hat. Auch in unserem Verhalten zur Umwelt und damit zur Natur hat sich ein Wandel vollzogen, der einem ohne eine Rückbesinnung gar nicht so zu Bewusstsein kommt.

 

 

 

Denken wird doch einmal zurück in die ersten Jahre nach dem Zusammenbruch, als Not und Sorge um das Überleben vielfältige Aktivitäten freisetzte, die mit dem Urbegriffen „Arbeit und Brot" verbunden waren. Die unaufhaltsame Folge war der Sog der großen Städte und Ballungsräume, denn hier gab es in erster Linie Beschäftigungsmöglichkeiten und damit die Garantie zum Lebensunterhalt, hier gab es auch die erwünschte Abwechslung für die Ausgestaltung der Freizeit, auf die viele nicht zu verzichten glaubten. Das Umland der Städte und ländlich strukturierten Gebiete, wie etwa das unsrige wurden zur Provinz in dem unschönen Sinn dieses Begriffs, nämlich als Abstempeln für Rückständigkeit und Mangel an Zerstreuung. Eigenheime, Kleinsiedlungen und Garten waren mit dem Gedanken an Anstrengung und schmutzige Finger verbunden, die Zukunft schien den Wohnsilos und der Etagenwohnung zu gehören. Doch gerade in dieser Auffassung hat sich mehr und mehr ein Wandel vollzogen.

 

 

 

Wenn man nämlich den Meinungsumfragen über das Zukunftsverhalten unserer Bevölkerung trauen darf, so schätzen die Bundesbürger keine Wohnform so sehr wie das Wohnen im Grünen, gerade mit Einfamilienhaus und Garten. Dieses Streben sollte als eindringlicher Appell an alle, die sich mit Wohnungs- und Siedungsbau beschäftigen, verstanden werden. Auch der frühere Bundespräsident Heinrich Lübke hatte das seinerzeit schon gesehen, denn in einem Grußwort zum 25 jährigen Bestehen des Deutschen Siedlerbundes brachte er zum Ausdruck, dass Kleinsiedlung und Eigenheim mit Garten zweifelsohne ideale Lösungen darstellen, den Familien einen ausreichenden und idealen Lebensraum zu schaffen. Der Bundespräsident betonte damals auch die erfolgreiche Arbeit des Deutschen Siedlerbundes bei der Beratung und Betreuung der Bauinteressenten ebenso wie die Unterstützung der Kommune bei der Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben auf den Gebieten des Wohnungs- und Siedlungswesens.

 

 

 

Wenn sich auch die Anfänge der Siedlergemeinschaften bis in das Jahr 1918 zurückverfolgen lassen, so sind die Aktivitäten in unserem Kreisgebiet allerdings erst wesentlich jüngeren Ursprungs. Ausgelöst und beeinflusst dürften sie bei uns sicher durch die Schwierigkeiten als Folgen der Zerstörung und des Zusammenbruchs im Jahre 1945, durch das Einströmen einer großen Zahl von Vertriebenen und Flüchtlingen wie auch durch die kriegsbedingten Zerstörungen in Teilen des Kreisgebietes gewesen sein. Gemeinsam war allen der Wunsch, wieder zu familiengerechtem Wohnraum zu kommen, möglichst in der hier von jeher üblichen Form der Kleinsiedlung, die eine, wenn auch bescheidene dafür aber gesunde zusätzliche Ernährungsbasis bot. Wenn später auch z.T. der Zierrasen vorherrschte, so wandelte sich diese Bild recht bald durch den Wunsch nach umweltfreundlichem Gemüse und gesunder Freizeitbeschäftigung.

 

 

 

Doch nun blenden wir in einem Jubiläumsjahr wie diesem für einen Augenblick in die Vergangenheit der Kreisgruppe Cloppenburg ein:

 

 

 

Bei einer solchen Betätigung kommt man ganz unwillkürlich zu einem Vergleich mit Altertumsforschern. Wie jene versucht man, aus Bruchstücken wie Aktennotizen, Niederschriften und Briefwechsel ein komplettes Mosaik aus der Entstehungsgeschichte und dem Wachsen der Kreisgruppe zusammenzufügen, doch es bleiben Lücken, die vielleicht einmal durch einen Zufall noch geschlossen werden können. Wir dürften einfach nicht vergessen, dass in jenen früheren fünfziger Jahren, in denen die Geschichte der Kreisgruppe begann, die Menschen ganz andere Sorgen hatten, als der Nachwelt möglichst vollständige Unterlagen für die Vereinstätigkeit zu hinterlassen. So mancher der uns vielleicht noch einiges zu sagen hätte, weilt inzwischen nicht mehr unter uns, und andere, die man noch fragen kann, können sich auch nur zum Teil so erinnern, das es als Fakten hier Verwendung finden könnte. Vielleicht schlummern auch noch schriftliche Vorgänge bei früheren Vorstandsmitgliedern, doch diese „Privatarchive" sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich und werden es leider auch bleiben, wenn sie überhaupt noch existieren sollten.

 

 

 

Als gesichert darf angenommen werden, dass die Kreisgruppe Cloppenburg im Jahre 1952 gegründet wurde. Aus diesem Jahr datiert ein Brief der Landesgruppe Niedersachsen des Deutschen Siedlerbundes vom 16.4.1952, in dem Herr Architekt Josef Middendorf aus Cloppenburg mit der vorläufigen Leitung der zu gründenden Kreisgruppe beauftragt wurde und Herr Brock von der Bezirksstelle Oldenburg ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen sollte. Vorhanden waren Siedlergemeinschaften in Osteressen, Damme und Lohne, bald darauf auch in Friesoythe, Löningen, Emstekerfeld und Hengelage.

 

 

 

Exakte Mitgliederzahlen scheinen nicht vorhanden zu sein, doch aus einer Grafik lässt sich entnehmen, dass damals etwa 150 Siedler der Kreisgruppe angehört haben.

 

 

 

Wie bereits erwähnt, hatte sich Herr Josef Middendorf bereiterklärt, die Kreisgruppe aufzubauen und zu leiten. Das war für den Anfang gut und richtig, doch gehört es nun einmal zu den Spielregeln, daß der Vorstand einer Vereinigung nach demokratischen Gepflogenheiten aus einer Wahl hervorgeht. Dies erfolgte am 15. Mai 1954 in der Gastwirtschaft Wienken in Cloppenburg. Auf mehrseitigen Antrag wurde Herr Josef Middendorf einstimmig zum Vorsitzenden gewählt.

 

 

 

Bemerkenswert beim Studium der Niederschriften aus der Anfangszeit der Kreisgruppe dürften zwei Feststellungen sein. Einmal die Tatsache, dass neben den Namen von Siedlerfreunden, die zum Teil bis zum heutigen Tage bekannt sind, auch die Namen von Frau König, Assessor Müller und Siedlerberater Brock, Oldenburg, laufend erwähnt werden, ohne deren Art und Hilfe die Kreisgruppe vermutlich nicht so attraktiv geworden wäre. Zum anderen ist festzustellen, dass die Themen jener Tagungen in erster Linie von den Fragen der Anerkennung als Kleinsiedlung, von der finanziellen Erstausstattung (Ersteinrichtungsbeifhilfe) und der Gestaltung der Siedlerstellen beherrscht wurden.

 

 

 

1955 verzichtete der langjährige Vorsitzende Josef Middendorf, dem die Kreisgruppe in der Aufbauphase viel zu verdanken hatte, aus beruflichen Gründen auf eine erneute Kandidatur. Neuer Vorsitzender wurde der Architekt Eugen Schlüter aus Friesoythe. 1956 zählte die Kreisgruppe 400 Mitglieder in 22 Siedlergemeinschaften. Drei Jahre später, also im Jahre 1959 war die Kreisgruppe auf fast 700 Mitglieder angewachsen und Rektor Alois Nienaber, Halen zum Vorsitzenden und Eugen Schlüter zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden. Nachdem für kurze Zeit Johann Alter, Cloppenburg, den Vorsitz der Kreisgruppe übernommen hatte, übernahm 1966 Heinz Rux, Cloppenburg den Vorsitz der Kreisgruppe. Dieser Vorstand unter Leitung von Heinz Rux, wurde zur Anlaufstelle für jede Art von Beratung und Interessenvertretung, z.B. bei der Neufestsetzung der Einheitswerte, bei der Auslegung des Mietrechts, bei der Überprüfung von Erschließungskosten und sogar auch bei Stellungnahmen zur Bauleitplanung der Kommunen. Entsprechend diesen Aktivitäten stieg auch die Zahl der Mitglieder sprunghaft weiter. Bereits im Jahre 1971 wurde die „Schallmauer" von 1.000 Siedlerfreunden durchstoßen. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die ersten Schritte unternommen, sich an den Wettbewerben um die besten Kleinsiedlungen zu beteiligen. Die Siedlergemeinschaften - Sevelter Straße, Cappeln und Ahlhorn waren die ersten, die einen solchen Schritt wagten. Schon ein Jahr später glückte der Siedergemeinschaft Cloppenburg - Sevelter Straße einen vierten Platz im Landeswettbewerb zu erringen.

 

 

 

1976 - die Kreisgruppe war inzwischen auf 1.343 Mitglieder angewachsen, verstarb der langjährige Vorsitzende Heinz Rux. Es war nicht einfach, die Lücke zu schließen, die Heinz Rux hinterlassen hatte, zumal er die Sache der Siedler zu seinem persönlichen Anliegen gemacht hatte. Dankenswerter Weise sprang zunächst Richard Lerch in die Bresche und setzte seine ganze Kraft dafür ein, die Kreisgruppe Cloppenburg zunächst einmal zusammen zu halten. Mitte 1976 - bei der Neuwahl - konnte die Kreisgruppe einen neuen Vorsitzenden präsentieren, und zwar Heinz Lüdeker unseren jetzigen Ehrenvorsitzenden. In seiner 23 - jährigen Amtszeit als Kreisvorsitzender hat er keine Mühen und Arbeiten gescheut, und die Kreisgruppe zu der gemacht, was sie heute ist. Regelmäßig ohne Ausnahmen wurde mit Erfolg am Wettbewerb „Die besten Kleinsiedlungen" nunmehr „Die besten Eigenheimsiedlungen" teilgenommen. Es wurden Siege und Platzierungen auf Bundes- und Landesebene errungen. U.a. von den Siedlergemeinschaften Löningen-Haseknie, Emstekerfeld, Sevelten, Bösel und Cappeln. Dadurch ist die Kreisgruppe Cloppenburg auch weit über die Kreisgrenzen bekannt geworden. Was nicht zuletzt ein Erfolg von Heinz Lüdeker war. Dieses hat seinerzeit auch der damalige CDU-Kreisvorsitzende Dr. hc. Schmücker (auf lnitative von Heinz Lüdeker) erkannt und dafür gesorgt, dass diese Teilnahmen an den Wettbewerben finanziell vom Landkreis Cloppenburg unterstützt wurden. Diese finanzielle Unterstützung wird auch heute noch gewährt, wofür wir dem Landkreis Cloppenburg zu Dank verpflichtet sind. Laut Bernward Pagel - Landesvorsitzender - ist dieses einmalig in der Geschichte des Deutschen Siedlerbundes.

 

 

 

Die Kreisgruppe unterstützt auch das seit 1986 durchgeführte Zeltlager des Deutschen Siedlerbundes (eines der größten in dieser Region) beim Alfsee. Regelmäßig nehmen viele Kinder/Jugendliche und Betreuer aus den Siedlergemeinschaften Cappeln, Bösel und Sevelten teil.

 

 

 

Aus gesundheitlichen Gründen legte Heinz Lüdeker 1999 sein Amt als Kreisvorsitzender nieder. Sein Amt als Vorsitzender des Rechtsausschußes im Landesverband hat er bis heute noch inne.

 

 

 

Bei der Neuwahl 1999 wurde Klaus Rolle einstimmig zum neuen Kreisvorsitzenden und Heinz Lüdeker zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

 

 

 

Klaus Rolle hatte natürlich kein leichtes Amt übernommen, zumal er an seinem Vorgänger, der 23 Jahre lang die Kreisgruppe geführt hat, gemessen wurde.

 

 

 

Aller Anfang war schwer, doch mit Hilfe aller Vorstandsmitglieder der Kreisgruppe wurde auch diese Hürde genommen.

 

 

 

Auf dem Landesverbandstag 2001 wurde Klaus Rolle als stellvertr. Vorstandsmitglied in den Landesvorstand gewählt.

 

 

 

Die Kreisgruppe Cloppenburg zählt im Jubiläumsjahr ca. 1.300 Mitglieder in 17 Siedlergemeinschaften. Sie wird auch weiterhin die Werbetrommel rühren um neue Mitglieder zu werben sowie die Jugend- und Nachwuchsarbeit zu fördern.

 

 

 

Ohne Jugend/Nachwuchs geht es nicht; Denn die Jugend/Nachwuchs ist unsere Zukunft.

 

 

 

Nunmehr obliegt es dem jetzigen Vorstand der Kreisgruppe Cloppenburg, das Fest zum 50jährigen Bestehen zu gestalten und durchzuführen. Sicher werden sie auch anlässlich des Festtages nicht versäumen, den Dank jenen vielen ungenannten ehrenamtlichen Mitarbeitern gegenüber abzustatten, die in diesem Bericht aus verständlichen Gründen leider nicht genannt werden konnten.